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Es ist normal, verschieden zu sein! -“Inklusive Schule Kapriole“

Die Kapriole ist eine Schule für alle Kinder. Wir sehen die Vielfalt, also die Unterschiedlichkeit unserer SchülerInnen und LehrerInnen, als Reichtum und Chance für die Lernprozesse von uns allen. Deshalb sind wir prinzipiell offen für jedes Kind, das an unsere Schule kommen möchte: egal, ob es uns Erwachsenen „ganz normal“, „besonders wild“ oder „kontaktscheu“ erscheint, Teilleistungsstärken oder -schwächen besitzt oder einen „sonderpädagogischen Förderbedarf“ hat.

Jedes Kind/jeder Jugendliche ist anders. Und jedes Kind/jeder Jugendliche lernt anders. Wir stellen die Wertschätzung von jedem/jeder Einzelnen und seiner/ihrer Form sowie Achtung vor der Einmaligkeit der Lernwege in den Mittelpunkt aller pädagogischen Aktivitäten. So bestimmen die Kinder und Jugendlichen z.B. ihren Stundenplan selbst, so haben sie jederzeit die Möglichkeit, sich zu bewegen und zu spielen. Wir treffen unsere pädagogischen Entscheidungen mit jedem Kind/Jugendlichen anders, gestalten möglichst viele unserer Lernangebote offen für SchülerInnen auf unterschiedlichsten Lernstufen und Interessensgebieten und verzichten auf Noten, wodurch die Kinder nur selten Anlass finden, sich zu vergleichen. Unser kindzentrierter Ansatz schafft also eine gute Basis für die gemeinsame Beschulung von Kindern und Jugendlichen in ihrer ganzen Vielfalt, ob nun mit oder ohne „Behinderung“.

Wir bauen heute auf 12 Jahre Integrationspraxis auf. SchülerInnen mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“ nehmen am gesamten Schulleben und allen Lernangeboten gleichberechtigt und zusammen mit ihren MitschülerInnen teil. Es wird gemeinsam gespielt, gebacken, gewerkelt, Musik gemacht, es werden Geschichten geschrieben usw.. Durch kleine Kurse, den individuellen Vertrauenslehrer oder Teamteaching z.B. ist an unserer Schule die individuelle Begleitung durch LehrerInnen besonders gut möglich. Darüber hinaus erhalten manche Kinder/Jugendlichen eine Assistenz/Eingliederungshilfe durch eine Heilpädagogin oder FSJ. Sie arbeiten eng mit dem Team und insbesondere unserer Inklusionsfachkraft zusammen.

Wir bemühen uns, unsere Schule den Bedürfnissen aller Kinder und Jugendlichen anzupassen. Die vorhandenen Materialien werden von allen SchülerInnen benutzt und den Möglichkeiten jedes/jeder Einzelnen entsprechend gestaltet. Auch die „Heute-“ oder „Wochenpläne“ werden den individuellen Fähigkeiten der SchülerInnen angepasst. Wir benutzen Piktogramme und Bilder als Orientierungshilfen im Gebäude (Stundenplan/Gebäudeplan/Putzplan usw.). Darüber hinaus gehende Kommunikationshilfen werden bei Bedarf angeboten und z.T. auch anderen Kindern/Jugendlichen in der Schule vermittelt (Unterstützte Kommunikation, Gebärden usw.). Soziale Kompetenzen sind ein wichtiges Augenmerk unserer Arbeit. Wir entwickeln bei Bedarf für jede/n SchülerIn individuelle Maßnahmen, Konsequenzen oder Lernprogramme, wobei sie selbst – wenn irgend möglich - maßgeblich daran beteiligt sind. Wir arbeiten dabei u.A. mit Streitschlichtung, Justizkommitee (alle Beteiligten und außenstehende SchülerInnen entscheiden gemeinsam über Konsequenzen), vertraulichen Gesprächen usw., aber auch z.B. mit Unterstützungssystemen, TEACCH, oder situationsbezogenen Konsequenzen.

Das LehrerInnen-Team ist interdisziplinär zusammengesetzt (Regelschul-/Sonderschullehrer, Sozial-/Theaterpädagogen, Arbeitserzieher) und arbeitet eng zusammen. Darüber hinaus haben wir eine „Inklusionsfachkraft“ (Sonderpädagoge) im Team, die Integrations- und Inklusionsfragen koordiniert.

Wir entwickeln und optimieren unsere Arbeit in Richtung Inklusion zusammen mit SchülerInnen und Eltern in einem fortwährenden Prozess. Dafür haben wir eine Inklusionsfachkraft eingestellt, besuchen Fortbildungen, haben eine Inklusions-AG (konzeptionelle Schulentwicklung) gegründet und verbessern unsere interne und externe Vernetzung (z.B. mit Therapeuten, Sonderschulen usw.).

Information zum Aufnahmeverfahren

Eltern von Kindern mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“ sollten sich bereits spätestens ein Jahr vor dem Einschulungstermin an der Schule vorstellen: nur so können wir uns als Schule auf die Bedürfnisse des Kindes einrichten und mit den Eltern klären, ob sie sich wirklich auf unseren freien demokratischen Ansatz einlassen möchten.

Spendenaktion

Für unsere integrative/inklusive Arbeit gibt es bisher weder eine politische noch eine finanzielle Unterstützung in Baden-Württemberg. Die aktuellen schulpolitischen Veränderungen verfolgen wir natürlich interessiert und bemühen uns um die angemessene und notwendige Finanzierung unserer integrativen Arbeit durch das Land. Dennoch: für das Schuljahr 2009/10 sind nach wie vor keinerlei Gelder in Aussicht, wir sind also nach wie vor dringend auf Spendengelder angewiesen. Deshalb wenden wir uns mit der Aktion "12x10 Euro für Integration“ an Menschen, die unser Anliegen unterstützen wollen und können. Mit der Hilfe vieler kleiner Spenden kann ein Stück Schulreform von unten vorangebracht werden.

Im hier erhältlichen Flyer wird der Begriff "Inklusion" nur deshalb nicht verwendet, weil er bisher in der breiten Öffentlichkeit noch kaum bekannt ist. Falls Sie uns mit einer Spende unterstützen möchten, können sie gerne dieses Spendenformular nutzen. Herzlichen Dank!

Danke an die Spender!

Wir freuen uns, dass wir mit ihrer Hilfe unsere Inklusionsstelle einrichten und finanzieren konnten. Mit Jan Möllers, Sonderschullehrer mit den Fachgebieten „Geistigbehinderten- und Körperbehindertenpädagogik“ haben wir einen in idealer Weise geeigneten Mitarbeiter eingestellt, der schon in diesem Schuljahr (2008/09) die Fortentwicklung unserer inklusiven Arbeit ein gutes Stück voran bringen konnte.

Leider konnten wir die Finanzierung dieser Stelle noch nicht auf sichere Beine stellen: für das nächste Schuljahr werden noch dringen Spenden benötigt!

Wir freuen uns bisher über die Unterstützung von:

  • Gisela Dorn, Karlsuhe
  • Hans-Werner Huneke, Neckargemünd
  • Familie Malner, Breisach
  • Anett Metzger, Freiburg
  • die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
  • 5 weiteren Spender/innen, die ungenannt bleiben möchten
  • Zentrum Beruf und Gesundheit (2500€, Herbstlauf 2008 in Bad Krozingen)

Vielen Dank für die Hilfe bei der Einrichtung unserer Inklusions-Stelle!

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